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Verlagsverhandlungen mit Wiley
Seit Frühjahr 2024 laufen die Verhandlungen mit Wiley für ein Abkommen ab 2025.
Abbruch der Verhandlungen mit Wiley: No-Deal-Situation
31. März 2025
Seit über einem Jahr verhandelt swissuniversities mit Wiley über ein neues Abkommen für den Lesezugriff auf und Open-Access-Publikationsmöglichkeiten im Portfolio von Wiley. Die Verhandlungen wurden im März 2025 abgebrochen. swissuniversities hat Wiley ein Kompromissangebot unterbreitet, das von Wiley nicht akzeptiert wurde. Das Ziel eines weiteren Schrittes in der Transformation hin zu Open Access konnte nicht im von swissuniversities gewünschten Masse erreicht werden.
Die Rektorinnen und Rektoren der Schweizer Hochschulen begleiten die Verhandlungen eng. Es ist ein Anliegen von swissuniversities, ein gutes Abkommen zu einem fairen Preis zu erzielen. Das letzte vorgelegte Angebot von Wiley enthält zwar interessante Elemente und inkrementelle Verbesserungen gegenüber dem Vertrag 2021–2024, sieht jedoch einen Preis pro Artikel vor, der deutlich über dem Niveau anderer europäischer Länder liegt.
Das zuletzt vorgelegte Angebot von Wiley hätte die Attraktivität der traditionellen Subskriptionszeitschriften gestärkt und entspricht damit nicht der angestrebten Öffnung des Zugangs zu öffentlich finanzierter Forschung. swissuniversities ist weiterhin an einer verlässlichen Beziehung zu den grossen Wissenschaftsverlagen und einfachen Lese- und Publikationsmöglichkeiten interessiert und bereit, die Verhandlungen auf Basis des Kompromissangebots wieder aufzunehmen.
Open-Access-Strategie legt Ziele fest
Die kürzlich revidierte Open-Access-Strategie hält fest, dass die Schweizer Hochschulen die finanzielle Nachhaltigkeit im wissenschaftlichen Publikationswesen sicherstellen und ein angemessenes Preisniveau stabilisieren wollen. Das stetige Kostenwachstum für Publikationen bei den grossen Verlagen wird grundsätzlich kritisiert.
Mit den Verlagsverhandlungen verfolgt swissuniversities das Ziel, den Zugang zu Forschungsresultaten zu öffnen und mit öffentlichen Geldern finanzierte wissenschaftliche Publikationen im Internet frei zugänglich zu machen. swissuniversities unterstützt in den Verhandlungen mit den wissenschaftlichen Grossverlagen einen Paradigmenwechsel durch eine grundsätzliche Transformation hin zu Open Science.
Forschung und Lehre werden dank vorbereiteten Massnahmen nicht beeinträchtigt
Angesichts der aktuellen politischen Unsicherheiten insbesondere auf internationaler Ebene messen die Schweizer Hochschulen der Stabilität des Wissenschaftssystems einen hohen Stellenwert bei. swissuniversities engagiert sich für optimale Rahmenbedingungen für die Schweizer Bildung, Forschung und Innovation – auch durch einen effektiven und effizienten Einsatz der öffentlichen Mittel. In einer sorgfältigen Interessensabwägung sind die Schweizer Hochschulen zum Schluss gekommen, dass das zuletzt vorgelegte Angebot von Wiley nicht akzeptiert werden kann.
Vorausschauend haben die Bibliotheken Massnahmen zur Abfederung eines No-Deal-Zustands vorbereitet. Erfahrungen haben gezeigt, dass bei guter Vorbereitung und entsprechenden Services ein vertragsloser Zustand zwar zu Einschränkungen und Mehraufwand führen kann, Forschung und Lehre aber nicht wesentlich beeinträchtigt werden:
- Information & FAQs for the no-deal situation with Wiley in 2025, V2.0, 31.03.2025
- Factsheet “How to get the Article”, V1.0, 13.12.2024
Um den No-Deal-Zustand so kurz wie möglich zu halten und um ein bestmögliches Abkommen mit Wiley abzuschliessen, hat die Delegation Open Science folgende Empfehlungen an die Hochschulen verabschiedet:
- Keine zentralen Mittel für Publikationsgebühren verwenden
- Alternativen zu Wiley in Betracht ziehen
- Publikationen als Zweitveröffentlichungen in Open Access verfügbar machen
- Herausgeber:innen sollen sich für Schweizer Forschungsgemeinschaft einsetzen
- Review-Tätigkeiten für Wiley überprüfen
Den Vertragsverhandlungen für Open Access kommt im Hinblick auf das Ziel der Förderung von Open Science ein bedeutender Stellenwert zu. Dieser Paradigmenwechsel wird von den Hochschulen gemeinsam getragen. swissuniversities dankt der Forschungsgemeinschaft für ihre Bereitschaft, diesen Weg gemeinsam zu gehen und den No-Deal-Zustand mit Wiley mitzutragen. Ein gemeinsames Vorgehen und die Solidarität der Forschungsgemeinschaft in der Schweiz ist von zentraler Bedeutung in diesem für die gesamte Hochschullandschaft wichtigen Thema.
Update vom 13. Dezember 2024 - vertragsloser Zustand
Die mandatierenden Institutionen wurden heute über den Stand der Verhandlungen mit Wiley informiert. Diese Verhandlungsrunde, die im Frühling 2024 aufgenommen wurde, hat noch nicht zu einer für beide Seiten akzeptablen Vereinbarung geführt. Die Angebote von Wiley enthalten zwar interessante Elemente, entsprechen aber insgesamt noch nicht den Anforderungen des Verhandlungsmandats. Die Verhandlungen dauern deshalb weiter an.
Da der derzeitige Vertrag mit Wiley am 31. Dezember 2024 ausläuft, wurden Vorbereitungen für einen vertragslosen Zustand ab 2025 getroffen: Das Konsortium der Hochschulbibliotheken hat folgende Informationen und Unterlagen aufbereitet, damit die mandatierenden Institutionen sich vorbereiten können:
- Information & FAQs for the preparation of a no-deal situation with Wiley in 2025, V1.1, 17.2.2025
- Factsheet “How to get the Article”, V1.0, 13.12.2024
Die Erfahrungen haben gezeigt, dass durch gute Vorbereitung und entsprechende Services ein vertragsloser Zustand (eine sogenannte ‘No Deal’-Situation) zwar zu Einschränkungen und Mehraufwand führen kann, Forschung und Lehre aber nicht wesentlich behindert.
swissuniversities ist bestrebt, mit Wiley einen Vertrag abzuschliessen, der einen weiteren Schritt in der Transformation hin zu Open Access ermöglicht.
Update vom 21. November 2024 - Publikationskontingent 2024 ausgeschöpft
Das Open-Access-Publikationskontingent wurde Anfang November 2024 erreicht. Das bedeutet, dass Forschende aus den teilnehmenden Einrichtungen ihre wissenschaftlichen Artikel bis auf weiteres nicht mehr im Rahmen des bestehenden Konsortialvertrags Open Access publizieren können. Sie werden gebeten, sich an ihre Institution zu wenden, um Alternativen zu besprechen. Über eine Nachfolgevereinbarung mit Wiley wird derzeit verhandelt.
Update vom 2. Oktober 2024 - Publikationskontingent 2024 bald ausgeschöpft
Das Open-Access-Publikationskontingent wird dieses Jahr voraussichtlich Anfang November 2024 erreicht. Das bedeutet, dass Forschende aus den teilnehmenden Einrichtungen ihre wissenschaftlichen Artikel ab diesem Zeitpunkt und bis auf weiteres nicht mehr im Rahmen des bestehenden Konsortialvertrags Open Access publizieren können. Sie werden gebeten, sich an ihre Institution zu wenden, um Alternativen zu besprechen. Über eine Nachfolgevereinbarung mit Wiley wird derzeit verhandelt.
Update vom 26. April 2024 - Verhandlungsstart
Die Verhandlungsteams von swissuniversities und Wiley haben im April die Verhandlungen für einen Read & Publish-Vertrag ab 2025 aufgenommen. Grundlage für die Verhandlungen bietet erneut das Verhandlungsmandat der zweiten Verhandlungsrunde, das die Plenarversammlung von swissuniversities am 3. Februar 2022 verabschiedet hatte und das bereits für die Verhandlungen mit Springer Nature 2022 und Elsevier 2023 zur Anwendung kam (siehe Downloads).
Update vom 21. September 2023 - Kontingent für 2023 bald ausgeschöpft
Das Open-Access-Publikationskontingent wird aufgrund der ungebrochen grossen Nachfrage Anfang Oktober 2023 erreicht. Das bedeutet, dass Forschende aus den teilnehmenden Einrichtungen bis Ende 2023 ihre wissenschaftlichen Artikel nicht mehr im Rahmen des Konsortialvertrags mit Wiley Open Access publizieren können. Die Forschenden werden gebeten, sich an ihre Institution zu wenden, um Alternativen zu besprechen. Ab Januar 2024 steht ein neues Kontingent für Publikationen bei Wiley zur Verfügung.
Update vom 1. September 2022: Kontingent für 2022 ausgeschöpft
Die Forschenden aus den teilnehmenden Einrichtungen veröffentlichen sehr viel, was ein gutes Zeichen auf dem Weg zu 100% Open Access für 2024 ist. Gleichzeitig bedeutet dies jedoch, dass das Open-Access-Publikationskontingent für Wiley Mitte September 2022 erreicht wird. Das bedeutet, dass Forschende aus den teilnehmenden Einrichtungen bis Ende 2022 ihre wissenschaftlichen Artikel nicht mehr im Rahmen des Konsortialvertrags Open Access publizieren können. Sie werden gebeten, sich an ihre Institution zu wenden, um Alternativen zu besprechen. Ab Januar 2023 steht ein neues Kontingent zur Verfügung.
Update vom 29. April 2021: Vertragsabschluss
swissuniversities hat mit John Wiley & Sons einen neuen Read&Publish-Vertrag abgeschlossen. Er bietet Studierenden und Forschenden von über 40 Schweizer Hochschul- und Forschungsinstitutionen den Zugang zur Wiley Online Library mit über 1’450 Fachzeitschriften.
Die Vereinbarung trat am 1. Januar 2021 in Kraft und gilt bis zum 31. Dezember 2024. Im Rahmen der Vereinbarung werden Autorinnen und Autoren, die swissuniversities-Mitgliedern angehören, sowie weitere institutionelle Kunden des Konsortiums der Schweizer Hochschulbibliotheken ihre wissenschaftlichen Artikel ab 1. Mai 2021 vollständig und sofort in Wileys fast 1’400 hybride Zeitschriften umfassenden Open Access veröffentlichen können. Darüber hinaus bietet diese Vereinbarung allen Forschenden und Studierenden der beteiligten Institutionen volle Leserechte und einen dauerhaften Zugang zu Wileys Zeitschriften-Portfolio.
Die Vereinbarung von 2021 steht auf der Homepage des Konsortiums der Schweizer Hochschulbibliotheken zur Verfügung. Weitere Details zum Gültigkeitsbereich der Vereinbarung finden Sie hier.
2021 haben zugleich die Verhandlungspartner für die Cochrane Library eine Vereinbarung getroffen. Die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW/ASSM) übernimmt weiterhin die Schirmherrschaft für dieses Produkt. Weitere Einzelheiten finden sich unter https://www.samw.ch/de/Projekte/Uebersicht-der-Projekte/Cochrane-Library.html
Medienmitteilung vom 29.04.2021